Wie geht es nach den Sommerferien an Hamburgs Schulen weiter?

Wie sieht das neue Schuljahr aus? Diese Frage stand im Mittelpunkt meiner Zoom-Veranstaltung am Montag, den 7. Juni 2021, mit Ties Rabe. Der Schulsenator nahm sich ganze 1,5 Stunden Zeit, um den rund 30 Teilnehmenden Rede und Antwort zu stehen. Am meisten Diskussionsbedarf gab es zum Thema Schnelltests in der Schule sowie der Frage, wie mit den während des Distanzunterrichts vermutlich entstandenen Lernrückständen umgegangen werden sollte.

So sind die aktuellen Regelungen: Seit dem 31. Mai 2021 können alle Hamburger Schülerinnen und Schüler wieder zur Schule gehen. Die Präsenzpflicht ist allerdings weiterhin ausgesetzt. Nach einem halben Jahr ohne oder nur mit stark eingeschränktem Schulunterricht bekommen die Schüler_innen nun in den letzten Wochen vor den Sommerferien noch einmal vollständigen Unterricht nach Stundenplan in der Schule.

Einleitend zur Zoom-Veranstaltung wagte Ties Rabe eine vorsichtig optimistische Zukunftsprognose: Das Ziel sei der vollpräsente Unterricht nach den Sommerferien, also die Rückkehr zu weitestgehender Normalität. Doch auch bis dahin können voraussichtlich schon einige Öffnungsschritte vorgenommen werden. So sollen Chöre und Orchester unter Hygieneauflagen wieder proben können und die Maskenpflicht im Sportunterricht zumindest für Grundschüler_innen wegfallen. Auch die jetzt anstehenden Abschlussfeiern sowie die Einschulungsfeiern nach den Sommerferien dürfen in einem corona-gerechten Rahmen stattfinden. Einige Maßnahmen müssen allerdings bis auf Weiteres aufrechterhalten werden. Hier betonte der Schulsenator vor allem das Lüften, die Maskenpflicht sowie die regelmäßige Durchführung von Corona-Schnelltests. Letzteres funktioniere im Moment sehr gut, um das Infektionsgeschehen an den Schulen im Griff zu haben und allen Beteiligten ein Stück Sicherheit zu geben.

Im Moment werden alle Schüler_innen mindestens zweimal pro Woche getestet. Hierdurch soll weitestgehend sichergestellt werden, dass keine infektiösen Personen am Unterricht teilnehmen. Die Tests sind freiwillig. Nicht getestete Schülerinnen und Schüler dürfen allerdings nicht am Präsenzunterricht teilnehmen – sie können im Distanzunterricht von zu Hause lernen. Diskutiert wurde während der Zoom-Veranstaltung vor allem die Methode der Testung. Einige Beteiligte fragten, ob nicht sogenannte Spuck- oder Lolli-Tests kindgerechter seien, als die üblicherweise mit einem Stäbchen in Nasen oder Rachen durchgeführten Schnelltests. Solche Alternativen lässt die Schulbehörde aktuell prüfen. Allerdings verwies Ties Rabe einerseits auf die logistischen Schwierigkeiten, solche Tests in dem benötigten Ausmaß zu beschaffen, und andererseits auf die organisatorische Herausforderung für Lehrkräfte, wenn eine Vielzahl verschiedener Tests in einer Klasse vor dem Unterricht durchgeführt würde.

Zum Thema Lernrückstände stellte Ties Rabe auf Nachfrage der Teilnehmer_innen der Zoom-Konferenz ein 3-Säulen-Modell vor: Die Hamburger Lernferien, das Angebot der freiwilligen Nachhilfe bei einer 5 im Zeugnis sowie der Einsatz von Lehramtsstudierenden in Schulen über das durch die ZEIT-Stiftung organisierte Mentorenprogramm „Anschluss“. In Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Schule, in dem auch ich mitarbeite, konnte zudem die Förderoffensive auf den Weg gebracht werden. Das ist ein freiwilliges Förderangebot im Umfang von 80 zusätzlichen Unterrichtsstunden im Schuljahr, also zwei Unterrichtsstunden pro Woche, für Hamburgs Schülerinnen und Schüler, mit dem Lernrückstände individuell aufgeholt werden können. Auch soziale und psychische Aspekte der Förderung sollen hier berücksichtigt werden. Momentan wird von der Schulbehörde darüber hinaus genau geprüft, in welchem Ausmaß Lernrückstände während der Corona-Pandemie entstanden sind bzw. wie sich diese in der Schüler_innenschaft verteilen.

Ich freue mich, dass ich erneut unseren Schulsenator Ties Rabe für eine Zoom-Veranstaltung gewinnen konnte, und bedanke mich herzlich bei allen Teilnehmenden, dass sie ihre Perspektive mit uns geteilt haben. Ein ganz besonderer Dank geht an den Hamburger Künstler Björn von Schlippe vom Künstlerhaus Ohlendorffturm. Er hat während der Konferenz ein Protokoll der Sitzung mit allen Fragen und Antworten gezeichnet. Das Ergebnis sehen sie im Bild oben. Eine ganz wunderbare Zusammenfassung unserer Diskussionsrunde, wie ich finde!

 

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