Ein neuer Stolperstein für Rahlstedt – Gedenkveranstaltungen für das NS-Opfer Hans Müller

1942 wurde der Hamburger Hans Müller mit nur 22 Jahren am ehemaligen Schießplatz Höltigbaum als „Wehrkraftzersetzer“ erschossen. Aktuell wird dort ein Stolperstein für ihn verlegt.

 

Um an Hans Müller zu erinnern, wird es im April zwei Veranstaltungen im Stadtteil geben, zu denen ich gemeinsam mit dem KulturWerk Rahlstedt, dem Rahlstedter Kulturverein, dem Verein Stadtteilzentrum Rahlstedt und weiteren Engagierten sehr herzlich einlade. Mit dabei sind auch Schülerinnen und Schüler der Stadtteilschule Oldenfelde, die in einem Schulprojekt das Leben Hans Müllers erforscht haben.

 

Am Sonntag, den 10. April, um 15 Uhr findet eine Gedenkstunde am ehemaligen Schießplatz Höltigbaum, Sieker Landstraße/ Ecke Neuer Höltigbaum, an dem dann neu verlegten Stolperstein statt. Unter musikalischer Begleitung von Helmut Stuarnig (Hamburger Symphoniker i.R.) wird Astrid Hennies, die die Verlegung des Stolpersteins als Patin unterstützt hat, zu seinem Gedenken sprechen. Zudem wird ein Schüler der Stadtteilschule Oldenfelde aus dem Leben von Hans Müller erzählen.

 

Am Sonnabend, den 23. April, um 15 Uhr wird es dann eine Gedenkveranstaltung mit Podiumsdiskussion in der Stadtteilschule Oldenfelde, Delingsdorfer Weg 6, geben. Hier wird Wolfgang Kopitzsch, Bundes- und Landesvorsitzender des Arbeitskreises ehemals verfolgter und inhaftierter Sozialdemokraten (AvS) sprechen. Zudem wird die Enkelin von Hans Müller anwesend sein.

 

Im Vorfeld der Veranstaltungen wird darüber hinaus ab Anfang April eine Ausstellung zum Schicksal Hans Müllers im KulturWerk Rahlstedt, Boizenburger Weg 7, gezeigt werden. Zudem wird hier das Leben seiner Witwe Margot Müller sowie  die Geschichte des Schießplatzes Höltigbaum und der Hamburger Wehrmachtjustiz beleuchtet werden. Die Ausstellung wurde von den Schülerinnen und Schüler der Stadtteilschule Oldenfelde unter der Leitung des Geschichtslehrers Jörn Nissen erarbeitet.

 

Hans Müller wurde 1920 in Hamburg geboren, sein Stiefvater stand als Angestellter der Baugewerkschaft vermutlich der SPD nahe. Zunächst arbeitete Hans Müller als Artist im Circus Krone, später als Kraftfahrer für das Universitätsklinikum Eppendorf. Seit seiner Einberufung in die Wehrmacht 1940 wurde er als Funker eingesetzt. Im Februar 1942 wurde Hans Müller vom Kriegsgericht wegen „Zersetzung der Wehrkraft“ zum Tode verurteilt und am 6. März 1942 am Schießplatz Höltigbaum erschossen. Hans Müller war mit Margot Müller (geborene Sietz) verheiratet. Das Paar hatte zwei Kinder: Hannelore (geboren 1940) und Peter (geboren 1941).

 

Im Bild: Volker Wolter (Verein Stadtteilzentrum Rahlstedt), Jörn Nissen (Stadtteilschule Oldenfelde), Astrid Hennies (Rahlstedter SPD-Bürgerschaftsabgeordnete), Stephan Zörnig (KulturWerk Rahlstedt) und Dr. Ulrich Gantz (hintere Reihe v.l.n.r.), gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern der Stadtteilschule Oldenfelde. © Volker Wolter

Im Bild fehlend: Werner Jansen (Rahlstedter Kulturverein)