Landtag und Bürgerschaft bekennen sich zur S4 und fordern Unterstützung des Bundes

Erstes Ergebnis des ersten gemeinsamen Ausschusses Hamburg/Schleswig-Holstein: Mit interfraktionellen Initiativen bekennen sich breite Bündnisse in der Hamburgischen Bürgerschaft und im Schleswig-Holsteinischen Landtag zum Bau der S4 zwischen Bad Oldesloe und Altona-Nord. Aufgrund der herausragenden verkehrspolitischen Bedeutung sehen die Fraktionen von SPD, CDU, Grünen und Linke in Hamburg sowie von SPD, CDU, Grünen und die Gruppe des Südschleswigschem Wählerverbands (SSW) in Kiel auch den Bund in der Verantwortung, sich finanziell an diesem Projekt zu beteiligen. In wortgleichen Anträgen fordern Sie den Bund auf, eine Finanzierungszusicherung für den Bau der S4 abzugeben.

In der Sitzungen des Landtags Schleswig Holstein am 22. März wurde der Antrag einstimmig angenommen. Morgen (29. März) steht er auf der Tagesordnung der Hamburgischen Bürgerschaft. Vorausgegangen waren intensive gemeinsame Beratungen im neu gegründeten gemeinsamen Ausschuss beider Parlamente am 3. März im Hamburger Rathaus.


Die Strecke zwischen Hamburg und Bad Oldesloe ist eine der am meisten befahrenen Pendlerstrecken rund um die Hansestadt. Zwischen 2000 und 2010 hat die Anzahl der Reisenden auf diesem Abschnitt um 50 Prozent zugenommen. Um viele Bereiche im Osten der Stadt und das nordöstliche Umland besser anzubindenden soll die S4 gebaut werden – für zuverlässigere Verbindungen, weniger Umstiege und mehr Komfort. Auch der Hamburger Hauptbahnhof als bisheriges „Nadelöhr“ wird entlastet und der S-Bahnverkehr in die Innenstadt noch weiter verstärkt. Hamburg und Schleswig-Holstein haben die Deutsche Bahn mit den Planungen der S4 beauftragt.

Das Projekt S4 beinhaltet den Bau einer zweigleisigen S-Bahn-Strecke von Hasselbrook bis Ahrensburg und den Bau einer eingleisigen S-Bahn-Strecke von Ahrensburg bis Ahrensburg-Gartenholz. Zwischen Hamburg-Altona und Hasselbrook soll sie die bereits vorhandenen S-Bahn-Gleise (S1/S11) mitnutzen, zwischen Ahrensburg-Gartenholz und Bad Oldesloe die bereits vorhandenen Fernbahngleise. Die S4 soll dann zwischen Hamburg-Altona und Ahrensburg in der Hauptverkehrszeit im 10-Minuten-Takt fahren, bis Bargteheide im 20-Minuten-Takt und bis Bad Oldesloe im Stundentakt. Für die S4 sollen zudem zusätzliche Haltestellen errichtet werden. Die RB81 würde durch die S4 ersetzt werden. So ergibt sich eine bessere Ausnutzung der beschränkten Kapazitäten des Hamburger Hauptbahnhofs, dessen Fern- und Regionalbahnteil überlastet ist, während die S-Bahn-Gleise noch zwei weitere Linien, eine davon die S4, aufnehmen können. Ein Baubeginn ist nach derzeitigem Stand im Jahre 2021 vorgesehen. Allerdings wird derzeit auch geprüft, bereits ein Jahr früher anzufangen. Die frühestmögliche Inbetriebnahme für die Gesamtstrecke wird momentan für das Jahr 2027 angesetzt, ab/bis Rahlstedt könnte es aber bereits im Jahre 2024 losgehen.

Den vollständigen Antrag finden Sie hier.