EKZ Spitzbergenweg – Neue Pläne

Noch Zukunftsmusik für den Spitzbergenweg in Meiendorf

Der Planungsausschuss der Bezirksversammlung Wandsbek hat das Projekt am 12.01.2016 weiter auf einen guten Weg gebracht.

Mit einer deutlichen Stimmenmehrheit von SPD, GRÜNE, LINKE und FDP wurde beschlossen, dass die Planungsvariante der Vorhabenträgerin Profilia fortgeführt wird. Die CDU hat sich bei der Abstimmung enthalten und sich in der Diskussion gegen den Neubau ausgesprochen.

Nach den Planungsentwürfen ist ein ansprechender Gebäudekomplex entstanden, der sich gut in das Umfeld einfügt. Unter Beteiligung der Bevölkerung ist dies das Planungsergebnis.

 

Das Bezirksamt gab mit der Drucksache 20-2167 bekannt:

„Vorhabenbezogenes Bebauungsplanverfahren Rahlstedt 130 – Spitzbergenweg – Neue Planungsvariante der Vorhabenträgerin – Zustimmung zur Fortführung des Verfahrens 

Die Vorhabenträgerin Fa. Profilia beabsichtigt eine bauliche Erneuerung des Nahver­sorgungszentrums am Spitzbergenweg, wofür die Aufstellung des vorhabenbezogenen Bebauungsplans Rahlstedt 130 erforderlich ist. Am 12.05.2014 hat hierzu in der Schule Wildschwanbrook in Meiendorf die öffentliche Plandiskussion stattgefunden. Von Seiten der Öffentlichkeit war insbesondere die Höhe der Baukörper zum Spitzbergenweg, die Abwicklung des Verkehrs und die Integration der vorhandenen Einzelhändler und Dienstleister thematisiert worden.

 

Die Vorhabenträgerin hat in der Zwischenzeit versucht, das nordwestlich anschließende Grundstück eines bestehenden Lebensmittel-Discounters (Penny-Markt) in die Planung miteinzubeziehen. Dies ist nicht gelungen, sodass nun die bisherige Abgrenzung des Vorhabens weiterverfolgt wird. Gleichwohl wird auch das Grundstück des Penny-Marktes in das Plangebiet des vorhabenbezogenen Bebauungsplans einbezogen bleiben.

 

Des Weiteren prüfte die Vorhabenträgerin seitdem verschiedene Ansätze zur Weiterentwicklung des Städtebaus. Neben den in der öffentlichen Plandiskussion und vom Planungsausschuss thematisierten Punkten spielten funktionale Fragen, wie z.B. die verträgliche Anordnung der Anlieferung und Parkgaragen sowie ihrer Zufahrten eine entscheidende Rolle.

 

Fa. Profilia hat nun eine neue Planungsvariante für das Vorhaben vorgelegt. Diese ist insbesondere wie folgt gekennzeichnet:

  • Die Erdgeschosse sind nach wie vor dem Einzelhandel sowie dem ruhenden Verkehr vorbehalten. Neben einem Vollsortiment-Lebensmittelmarkt (Edeka) sind kleinere Ladeneinheiten vorgesehen, die auch den ansässigen Einzelhändlern angeboten werden sollen. Die Ladenflächen gruppieren sich um einen öffentlich zugänglichen Platz, der in direkter Verlängerung des sich im Nordosten anschließenden Grünzugs liegt. Über der Ladenzeile im Nordwesten des Vorhabens sind in einem Zwischengeschoss zusätzlich Praxis-Flächen vorgesehen.
  • Ein Teil der bisher u.a. als Busumfahrt genutzten Straßenverbindung zwischen Spitzbergenweg und Wildschwanbrook soll für eine zusammenhängende Entwicklung aufgehoben werden. Dieses hat folgende Auswirkungen auf den Busverkehr: Die vom U-Bahnhof Berne kommende Buslinie 275 endet wie bisher zeitweise an der Haltestelle Wildschwanbrook. Endende Busse wenden dann in dem neuen Kreisverkehr an der Kreuzung Spitzbergenweg/Meiendorfer Straße. Warte-Plätze für Busse („Überlieger“) sind im Spitzbergenweg vor der Parkgarage und eine neue Haltestelle vor dem Lebensmittel-Markt vorgesehen. Ggf. ist eine Haltestelle zum Aussteigen auf der gegenüberliegenden Seite des Spitzbergenwegs erforderlich. Der Abschnitt vor der Rogate-Kirche kann voraussichtlich als öffentliche Stichstraße erhalten bleiben. Details der Planung sind im weiteren Verfahren noch abzustimmen. Für die vom Rahlstedter Bahnhof kommende Metrobuslinie 24 ändert sich nichts.
  • Die dem Einzelhandel dienenden Stellplätze werden in einer Parkgarage auf der Erdgeschoss-Ebene sowie im darüberliegenden Zwischengeschoss untergebracht. Die Einfahrt zur Parkgarage liegt am Spitzbergenweg, die Ausfahrt an der vom Wildschwanbrook abgehenden Stichstraße. Die Anlieferung des Lebensmittelmarkts liegt in der Mitte des Gebiets am Ende der vom Wildschwanbrook abgehenden Stich­straße. Die dem Wohnen dienenden Parkplätze sind in einer Tiefgarage geplant, welche gegenüber dem Penny-Markt an die dort liegende Stichstraße angebunden wird.
  • Über dem Einzelhandel und der Parkgarage sind in zwei bis drei weiteren Obergeschossen etwa 125 Wohnungen geplant. Neben innenliegenden Treppenhäusern und Fahrstühlen führen auch zwei Freitreppen auf eine Wohn-Erschließungsebene über dem Einzelhandel bzw. der Parkgarage. Diese Erschließungsebene dient außerdem der Unterbringung von privaten Freiräumen und erforderlicher Kinderspielflächen.
  • Das erste und zweite Wohngeschoss liegt zum Spitzbergenweg hin um etwa 4,50 m zurückgestaffelt; das dritte Wohngeschoss weist eine weitere Zurückstaffelung um etwa 4,50 m, also insgesamt ca. 9 m auf (vgl. Anlage Schnitte). Das oberste, dritte Wohngeschoss ist nicht durchgängig, sodass zu allen Seiten hin eine gegliederte, vielfältige Kubatur und Erscheinung in den Obergeschossen entsteht (vgl. Anlagen Visualisierungen).
  • Nach wie vor ist ein Anteil öffentlich geförderten Wohnungsbaus von mindestens 30 % vorgesehen. Von der Vorhabenträgerin wird gefordert, die Wohngeschosse in einem höheren Energiestandard als nach EnEV 2016 zu realisieren. Außerdem sind die obersten, zu begrünende Dachflächen (abzüglich technischer Aufbauten) vollständig mit Analgen für Photovoltaik bzw. Solarthermie mit je 1 m² Kollektorfläche je 3 m² Dachfläche zu belegen.
  • Eine überschlägige gutachterliche Einschätzung hat ergeben, dass die entstehenden Verkehre funktional und verträglich gut abwickelbar sind. Im Rahmen des Verfahrens wird eine ausführliche verkehrstechnische Stellungnahme erarbeitet. Des Weiteren werden noch ein Lärmgutachten, eine artenschutzrechtliche Potenzialabschätzung, eine Freiraumplanung, ein Oberflächenwasserkonzept und eine Baumerfassung erstellt.

 

Diese nun vorliegende Planungsvariante ist nach Einschätzung der Verwaltung gut geeignet, das Bebauungsplan-Verfahren fortzuführen. Als nächster Schritt folgt die Behördenbeteiligung. Es ist vorgesehen, anschließend Fristen, Details und Qualitäten des Vorhabens in dem mit der Vorhabenträgerin abzuschließenden Durchführungsvertrag abzusichern und dann die öffentliche Auslegung durchzuführen. Der Planungsausschuss wird, wie üblich, vorab befasst.“

Quelle: https://sitzungsdienst-wandsbek.hamburg.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=1004127#searchword